Erfahrungsbericht Portmann_2014 - Hebammenpraxis Scheidegg

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Erfahrungsbericht Portmann_2014

 
 




Erfahrungsbericht Familie Hess-Portmann


Diese Schwangerschaft entschied ich mich für eine alleinige Hebammenbetreuung bei Fanny ohne Ultraschall. Bei den letzten beiden Kindern empfand ich die Untersuchungen beim Arzt immer als beängstigend. Ich hatte eine total entspannte, problemlose Schwangerschaft und zum Schluss gab es dann noch einen Ultraschall, welcher total unauffällig war. Der errechnete Geburtstermin am 15. Juni ging natürlich durch ohne eine Wehe.

Am Freitag den 20. Juni fühlte ich mich schlecht als ich erwachte. Alles tat weh, besonders meine rechte Seite. Irgendwann war mir dann bewusst, dass ich meine Kinder so nicht betreuen konnte und mein Mann kam früher nach Hause. Er ging dann mit beiden Kindern an einen Kindergeburtstag und ich hatte etwas Ruhe. Fanny kam auf einen Besuch vorbei und stellte fest, dass ich eine Brustentzündung hatte. Sie meinte, schau, dass du nächste Nacht nicht gleich gebären tust, sondern komme erst wieder zu Kräften. Aber noch während sie bei mir war spürte ich wieder diese Vorwehen. Fanny ging so um ca. 19 Uhr nach Hause und ich war dann auch schon um 20 Uhr im Bett. Allerdings spürte ich immer wieder Wehen. Sie blieben... Mein Mann ging zu den Nachbarn den Fussballmatch schauen und kam ca um Mitternacht wieder nach Hause. Ich hatte immer wieder Wehen. Ca um halb zwei stand ich auf um auf die Toilette zu gehen, dabei sah ich, dass ich blutete. Ich erschrak sehr, denn von den andern beiden Geburten war ich mir das nicht gewohnt. Sofort rief ich Fanny an. Sie entschied sich gleich zu kommen und wie abgemacht nahm sie noch Michal mit, sie ist Hebammenstudentin und machte gerade ihr Praktikum auf dem Wochenbett in Langenthal.

Mein Mann holte Plastik im Keller und legte diesen auf dem Sofa aus und darüber noch Leinetücher, die doch endlich zum Einsatz kommen. Hatte ich diese doch von meinem Grosi und dem Grosi meines Mannes bekommen als ich schwanger war mit dem ersten Kind.

Fanny befand dass ich doch noch einen weiten Geburtsweg vor mir hatte, aber, dass sie nun die Bebewaage aus dem Auto rausholen werde und wir somit zu Hause bleiben. Das motivierte mich enorm und ja ich war mir bewusst, dass ich vermutlich nicht nach einer Stunde die Wehen los war, wie das andere erzählen. Ich wehte etwas vor mich hin und wurde immer lauter.
Enya war ja bereits bei einer Freundin am schlafen. Mein Mann rief dann eine andere Freundin von uns an die Kai holen kam. Sas klappte tiptop.

Fanny fand ich sollte genug trinken und auch etwas essen. Ich hatte dazu überhaupt keine Lust, wang mich aber etwas Fruchtsaft und Wasser zu trinken. Irgendwann um ca halb sieben, rief Fanny die Zweithebamme an, sie solle sich langsam auf den Weg machen. Um acht realisierte ich, dass ich vollständig geöffnet war. Davor empfand ich es als sehr langsam, trotz sehr schmerzhaften Wehen. Ich lag immer auf dem Sofa, damit der Kopf des Kindes sich etwas besser einstellen könne. Ich wollte aber auch gar keine andere Position. Seitenlage war ganz ok. ja nicht rumturnen...

Die zeit ging weiter und die Wehen waren stark. Doch dann kam der Druck des Kopfes. Schon so lange habe ich darauf gewartet. Es war auch dieses mal wieder als ob es mich entzwei reissen würde. Aber es ging voran. Zwei drei mal pressen und um 08: 57 war unser Felix geboren. Er lag da auf dem Sofa und mein Mann sagte ganz erstaunt; es ist ein Junge!
Ich musste durchatmen, dann bekam ich von Fanny Felix in die Arme. Ich legte ihn mir auf den Bauch und irgendwer legte warme Tücher über uns. Felix war etwas blau, aber er weinte fast gar nichts und war ganz zufrieden bei mir auf der Brust und schaute mich mit grossen wachen Augen an. So ein wunderbarer Moment, so magisch, so zauberhaft. Die Nabelschnur pulsierte nicht lange. Irgendwann gab ich Felix seinem Papa auf den Bauch und gebar die Plazenta. Ich hatte total den Drang, dass ich diese draussen haben wollte. Danach kuschelte ich mit Felix weiter und er trank schon wie ein Profi an meiner Brust.

Es macht mich unwahrscheinlich stolz, dass Felix zu Hause geborgen geboren werden konnte, ohne das mir irgendwer sagte, was man jetzt machen müsse. Ohne PDA und ohne Wehenmittel. So sehr habe ich mir das gewünscht.

Felix ist angekommen voller Liebe und Vertrautheit und dies sprudelt bis heute aus ihm. Seine beiden Geschwister kamen am Mittag nach Hause und bestaunten ihn. kKurze Zeit später ging aber deren beiden Alltag wieder weiter und sie turnten fleissig um ihren kleinen Bruder rum, der verzog keine Miene. Er ist sich dies anscheinend schon ganz schön gewohnt. Inzwischen ist ihm natürlich gerade langweilig, wenn die beiden nicht um ihn herumspielen.

Im nachhinein muss ich sagen, dass die Geburt von Felix wunderschön gewesen ist und ich es sehr schätze daheim geboren zu haben. Ich kann dies nicht anders als ganz laut weiter zu erzählen, dass weiterhin viele Frauen diesen Weg wählen, zu Hause, selbstbestimmt zu gebären.



 
 
 




 
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